Flächensparendes Bauen auch in der Wirtschaft Aufgabe Nummer eins

Die Stadtratsfraktion im Gespräch mit BAM-Gründer Marco Bauer (2.v.r.) nach einem Rundgang durch die Werkshallen: von links Ali Zant, Laura Weber, Karl Bärnklau.

Mit einem klaren Ja beantworten die Grünen-Stadträte die „bewusst provokante“ Frage Marco Bauers, ob auch in der Arbeitswelt der Zukunft noch Maschinenbauer wie seine BAM-Gruppe gebraucht würden. „Wir stehen hinter den Arbeitsplätzen unserer heimischen Wirtschaft“, sagt Ali Zant.

„Wie sehen Sie Weiden im Jahr 2025? Wie entwickelt sich die Arbeitswelt?“ Auf der Basis einer Reihe von Fragen des BAM-Gründers an Karl Bärnklau, Laura Weber und Ali Zant entspinnt sich ein Gespräch über die Zukunft ortsansässiger Betriebe, aber auch der Arbeitswelt im allgemeinen. Die BAM GmbH im Industriegebiet Weiden-West ist einer von mehreren Betrieben, die sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen nach und nach ansehen will, um mit der örtlichen Wirtschaft ins Gespräch zu kommen.

In die Höhe bauen, nicht in die Breite

Laura Weber plädiert für hochqualifizierte Arbeitsplätze auf möglichst geringer Fläche. Denn der effiziente Umgang mit Fläche müsse auch für die Wirtschaft das A und O sein. Eine gut aufgestellte, nachhaltig agierende Wirtschaft und Betriebe, die die ökologischen Zusammenhänge im Blick hätten, seien wiederum die Voraussetzung für eine lebenswerte Stadt, die sich auch Kultur leisten könne, so Weber.


Karl Bärnklau bringt die nach wie vor zu wenig genutzte Möglichkeit eines professionellen Leerstandsmanagements zur Sprache. Auch er spricht sich für ein flächensparendes Bauen in die Höhe statt in die Breite aus.


Der BAM-Geschäftsführer stellt den Stadträten einen Betrieb vor, den er als „klassischen Lohnfertiger“ bezeichnet. Klassisch insofern, als der Maschinenbauer wie andere fräst und zerspant, aber alles andere als klassisch, wenn es um die Arbeitsabläufe geht. Die vielfach ausgezeichnete BAM-Gruppe ersetzt viele Prozesse durch Software, deren Künstliche Intelligenz in der Anwendung dazulernt und sich auf diese Weise fortentwickelt.

Steuern auf gigantischen Fachkräftemangel zu

Ein Thema des knapp zweistündigen Gesprächs und Rundgangs durch die Werkshallen ist auch der Fachkräftemangel. Bauer bekommt eigenen Worten zufolge gerade einmal eine Handvoll Bewerbungen im Jahr. Weber sieht im eigenen Berufsumfeld der OTH Amberg-Weiden ebenfalls, „dass wir auf einen gigantischen Fachkräftemangel bei den technischen Berufen zusteuern“.

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