Wie steht es im Stadtgebiet um den Grundwasserspiegel?

Symboldbild: Jacek Dylag auf Unsplash
  • Antrag zur Stadtratssitzung am 15. Mai 2023; Entwicklung des Grundwasser- und des Tiefengrundwasserspiegels im Stadtgebiet vor dem Hintergrund zunehmender Wasserknappheit

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt, die Verwaltung möge angesichts einer dramatisch zunehmenden Wasserknappheit als Folge des Klimawandels genaue Daten zur Entwicklung des Grundwasser- und des Tiefengrundwasserspiegels im Stadtgebiet zur Verfügung stellen.

Begründung:

Nach dem Niedrigwasser-Lagebericht des bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) vom 02. März 2023 weisen „61 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen niedrige und sehr niedrige Grundwasserstände auf. In den tieferen Grundwasser-Stockwerken zeigen 71 Prozent der Messstellen eine Niedrigwassersituation“. Bis auf einen durchschnittlichen nordbayerischen Februar seien alle anderen bisherigen Wintermonate statistisch zu trocken gewesen, heißt es weiter.

Grundwasser-Neubildung sinkt seit Jahren

Wissenschaftler und die Wasserwirtschaftsämter warnen seit Jahren davor, dass der Freistaat immer trockener wird. Laut LfU bildet sich Jahr für Jahr weniger Grundwasser neu, im Schnitt jährlich 16 Prozent weniger.

Gleichzeitig greifen Unternehmen wie auch kommunale Wasserversorger immer stärker auf die eiserne Reserve des Tiefengrundwassers zu. Letztere tun dies gezwungenermaßen, um nitratbelastetes Grundwasser zu mischen und so die Grenzwerte für Trinkwasser einzuhalten. Private Unternehmen jedoch werden im Ernstfall damit rechnen müssen, dass ihnen der Zugriff auf Tiefengrundwasser verwehrt wird. Dies auch vor dem Hintergrund, dass sich Tiefengrundwasser der Wissenschaft zufolge nicht wie das darüber liegende Grundwasser in einem überschaubaren Zeitraum nachbildet. Beispielhaft sei der Fall der Adelholzener Alpenquellen genannt, die seit Jahrzehnten Tiefengrundwasser abfüllen und dafür zunehmend in der Kritik stehen.

Um noch rechtzeitig auf diese Entwicklung reagieren zu können und notwendige Maßnahmen zu ergreifen, braucht der Stadtrat unserer Auffassung nach genaue Daten zur Entwicklung des Grundwasser- und des Tiefengrundwasserspiegels im Stadtgebiet.

Zur Erläuterung bitten wir, Stadträtin Laura Weber das Wort zu erteilen.

Mit freundlichen Grüßen,

Karl Bärnklau

Fraktionsvorsitzender

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